Gruppenstunde am 13.12.2025
Nadelbäume
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum – in Wirklichkeit warst du lange eine Fichte. Erst in jüngerer Zeit wurde unser Tannenbaum eine richtige Tanne: Als Weihnachtsbaum hat sich die Nordmanntanne durchgesetzt. Auch der von den Kindern gerne gesammelte „Tannenzapfen“ ist in Wirklichkeit ein Fichtenzapfen. Die Zapfen der Tanne werden nicht als Ganzes abgeworfen, sondern in einzelnen Schuppen. Für die Kinder der NAJU-Gruppe war das alles aber kein Problem. „Die Fichte sticht – die Tanne nicht“ – dieser Merksatz hat geholfen, auf der Wanderung alle bei uns vorkommenden Nadelbäume sicher zu identifizieren. (Foto links: oben Lärche im Winter).
Insgesamt wurden auf unserer Wanderung im Molsberger Wald sechs Nadelbaumarten genauer betrachtet: Fichten, Tannen, Kiefern, die Douglasie, die Eibe und die Lärche. Von allen diesen Bäumen wurde etwas Material eingesammelt und zur weiteren Bearbeitung mit zurück in den Gruppenraum der Grundschule Wallmerod genommen. Dort angekommen hatten alle erstmal Hunger. Beim gemeinsamen Weihnachtspicknick gab es dann eine Überraschung: Ein Kind hatte Vogelnester mitgebracht. Es waren verlassene Wohnungen von Tauben, Meisen und Amseln. Er hatte sie von der Nachbarin geschenkt bekommen. Fachkundig wurde dazu erzählt, ehe wir dann zur wissenschaftlichen Arbeit übergegangen sind.
Kann man Nadelbäume erkennen, wenn man nur eine Nadel vom Baum hat? Die Frage konnte geklärt werden!
Bei 30 und bei 60-facher Vergrößerung wurden Nadelspitzen, die Unter- und Oberseite der Nadeln und die Nadelbasis mit Lupen und Mikroskopen analysiert, fotografiert und mit der Hilfe eines Bestimmungsschlüssels zugeordnet. Besonders fasziniert waren alle von den Atemöffnungen und den Zusammenhängen im Kreislauf der Atemgase: die Pflanzen produzieren den Sauerstoffe, den wir zum Leben brauchen. Wir atmen Kohlendioxid aus, das wiederum von den Pflanzen für ihren Stoffwechsel benötigt wird. Ein Beispiel für die Zusammenhänge des Lebens.
Nadelende der Fichte Nadelende der Tanne Nadelunterseite Tanne Nadelbasis Tanne
Vergrößerung 30-fach; alle Lupenfotos: NAJU, Fabio Tripoli
Aber die eingesammelten Materialen wurden nicht nur für die wissenschaftliche Arbeit verwendet: so nebenbei entstanden aus den Resten einige neue Kunstwerke. In Arbeitsgruppen wurde mit Eifer Fichten-Gewürzsalz hergestellt und auf Butterbroten gekostet. Die Kommentierung reichte von eklig bis hervorragend – einig waren sich alle über den Geruch: einfach lecker. Weihnachten kann kommen.
Wie erkenne ich Nadelbäume an der Nadel: Ein Bestimmungsschlüssel
Gruppenstunde am 8.11.2025
Wir legen eine Streuobstwiese in Meudt an
Nebelschwaden zogen über die Wiese. Fünf Grad feuchte Kälte kroch in die Kleidung. Dann taucht sie auf…die Gruppe der Streuobstbegeisterten: 17 unserer NAJU - Kinder, manche mit Eltern oder Großeltern und einige Helfer aus Meudt kamen mit Spaten bewaffnet aus dem Nebel. Schnell hatten sich Arbeitstrupps gebildet und die ersten Löcher für die 15 Bäume, die an diesem Tag gepflanzt werden sollen, wurden ausgehoben. Es sind Wildobstsorten wie Apfel, Birne, Kirsche, Walnuss und Eberesche– die den Anfang einer neuen Streuobstwiese bilden sollen. Der Boden war zwar hart, ließ ich aber gut mit dem Spaten bearbeiten, sodass rasch mit dem Einbringen der Bäume begonnen werden konnte. Allerdings mussten vorher noch die Stützpfosten gesetzt werden – eine kräftezehrende Arbeit mit dem Vorschlaghammer. Auch die Wurzeln der Bäumchen mussten vorher angeschnitten und den Ästen ein „Pflanzschnitt“ verpasst werden.
Wühlmäuse können schwere Schäden an Obstbäumen und anderen Nutzpflanzen verursachen. Damit die niedlichen Tierchen nicht unsere ganze Arbeit zunichte machen, wurden die Wurzeln mit Hasendraht ummantelt. Da das Gelände der Streuobstwiese in Zukunft nicht mehr kommerziell bewirtschaftet wird, finden die tag- und nachtaktiven Wühlmäuse trotzdem noch reichlich Futter.
Aber auch für Rehe und andere in Wald und Flur lebende Tiere sind junge Bäume eine äußerst attraktive Verlockung. Deshalb ist es wichtig, auch den Stamm vor Fraßschäden zu schützen - ein Verbissschutz ist daher unverzichtbar.
So wurde an jedem Setzling noch eine 2 Meter hohe Hasendrahtröhre angebracht.
Schwerstarbeit mussten auch die Wasserträger leisten. Aus einem nahen Bach wurde das Wasser zum Einschwemmen der Wurzeln herbeigeschleppt und die ersten Bäume reichlich gewässert. Das weitere Wässern und auch das Schneiden der Äste ist noch während der nächsten 2-3 Jahre notwendig. Nach dieser Zeit können die robusten Gewächse in der Regel ohne erhebliche menschliche Hilfe wachsen und gedeihen und werden dann auch hoffentlich bald die ersten leckeren Früchte liefern.
Es sind aber nicht nur die Früchte, die Anlass zur Freude bieten. Streuobstwiesen sind ein altes Kulturgut des Menschen und gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Eine Vielzahl von seltenen Pflanzen und zahlreiche in ihrer Existenz bedrohte Tierarten finden auf Streuobstwiesen ihren Lebensraum.
In Höhlen von den Bäumen finden Vögel wie der Steinkauz und baumbewohnende Fledermäuse geeignete Unterschlupfmöglichkeiten. Das Totholz der älteren Bäume ist wichtig für Insekten. Im Gegenzug bestäuben sie die Obstbäume, wenn sie Nektar und Pollen sammeln. Obstbäume sind auch wichtige Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen. Einige Spechtarten, wie z.B. der Grünspecht, suchen in der Streuobstwiese gerne nach Insekten und nisten dort in alten Baumhöhlen. Auch der Steinkauz ist ein charakteristischer Bewohner der Streuobstwiese und befindet sich besonders im Fokus der Arbeit der NABU-Ortsgruppe. Durch die Pflegemaßnahmen der Projektgruppe ist es gelungen, regional eine der größten Steinkauzpopulationen Deutschlands zu etablieren.
Daher hat die Arbeit der NAJU-Kinder, ihrer Eltern, Großeltern und der lokalen Helfer bei diesem Projekt einen vielfältigen Nutzen, sodass Kaffee, Kakao, Streusel- und Apfelkuchen nach der Arbeit mehr als verdient waren. Während der ganzen Zeit war die Stimmung gut….trotz harter Arbeit wurde viel gelacht, sodass zum Schluss alle mehr als zufrieden mit der ganzen Aktion waren.
alle Fotos: Peter Ahrens
Laubbäume/Lupenführerschein
Gruppenstunde am 11.10.2025
Wie alt ist wohl dieser Baum? Ist die Hainbuche eine Buche? Wie benutzt man eine Lupe richtig? Becherlupe, Leselupe oder Einschlaglupe: Was benutzt der NAJU-Experte? Die Gruppenstunde im Molsberger Wald und an der Grillhütte war wieder geprägt von interessanten Themen – aber auch von Spiel und Spaß in der Natur und nicht zuletzt vom Basteln einer Herbstleuchte aus Herbstlaub und anderen Materialen aus dem Wald. Start war dieses Mal die Grundschule in Wallmerod. Ausgerüstet war das Betreuerteam mit einem Kistchen von Laub, Früchten und Ästen und so konnte es direkt losgehen.
Die Blätter und Früchte waren rasch identifiziert – Stileiche, Rotbuche, Hainbuche, Vogelkirsche, Sommerlinde und Berg- , Spitz- und Feldahorn sind uns schon gut vertraut und Eicheln und Bucheckern sind leicht zu erkennen. Alles wurde auf dem Weg zur Grillhütte dann auch gesehen und die Gruppenleiter konnten mit ihrem Wissen über die Natur die Beobachtungen noch durch die eine und andere Anekdote bereichern
An der Grillhütte wurde dann gearbeitet. Der richtige Umgang mit der Lupe wurde trainiert und alle Kinder wurden zu Lupenexperten. Damit eine Lupe zu einem richtigen Werkzeug wird, muss man einiges wissen. Wichtig ist der richtige Abstand zum Auge und der richtige Abstand von der Lupe zum Beobachtungsobjekt – das herauszufinden ist nicht so einfach. Welche Lupe sollte man verwenden? Leselupen sind einfach zu handhaben – mit den schwachen Vergrößerungen zwischen 2-3fach und den meist schlechten Linsen aber häufig enttäuschend bei der Benutzung.
Mit der Becherlupe kann man kleine Tiere berührungsfrei vergrößert ansehen – bei den schwachen Vergrößerungen sieht man aber nicht wirklich mehr als mit dem bloßen Auge. Darüber hinaus ist die optische Qualität häufig mäßig, so dass Enttäuschungen vorprogrammiert sind. Diese Geräte – Leselupe und Becherlupe - müssen auch eher als Spielzeug denn als Werkzeug für den Jungforscher angesehen werden.
Der Profi benutzt eine 6- (bis 10)fach vergrößernde „Einschlaglupe“ (keine stärkeren Vergrößerungen!!!), mit der man dann tatsächlich den Mikrokosmos erobern kann. (Diese Geräte sind in passabler Qualität bereits für ca. 10 € erhältlich – für „Cracks“ allerdings auch mit nach oben offener Preisskala). Sie können in der Hosentasche bei jeder Exkursion mitgenommen werden (Es ist bald Weihnachten!).
Das ungefähre Alter einiger Bäume haben wir mit einer Faustformel über die Messung des Stammumfanges berechnet und durch Zählung der Jahresringe an polierten Baumscheiben exakt bestimmt. Aber wie entstehen diese Ringe? Fragen Sie die Kinder.
Richtig Spaß gemacht hat das Basteln der Herbstlampe, die wir aus großen Marmeladengläsern, Herbstlaub, Eichel, Bucheckern, Ästchen und anderen herbstlichen Materialien gestaltet haben. Stolz haben alle Kinder eine solche Stimmungsleuchte mit nach Hause genommen
Blatt der Hainbuche Die Herbslampe entsteht Jahresringe werden gezählt Blatt der Eiche
alle Fotos: Peter Ahrens
Die Streuobstwiese
Gruppenstunde am 27.9.2025 auf der Weidenfeller-Wiese in Hundsangen
Streuobstwiesen sind nicht nur ein Paradies für viele Tiere – sie sind auch ein wunderbarer Spielplatz für NAJU-Kinder. Dieser Tatsache geschuldet, stand bei der oben genannten Gruppenstunde nicht so sehr der biologische Hintergrund des Habitats Streuobstwiese im Vordergrund. Faszinierend für die Kinder waren eher das Klettern auf die Bäume, kleine „Apfelschlachten“ und das Schnitzen von Cocktailbechern aus großen Äpfeln. Nur mühsam konnte kurzzeitig die Aufmerksamkeit auf Baumhöhlen, Niströhren für Steinkäuze und die Vielfalt der verschiedenen Apfelsorten gelenkt werden. Auch die Entstehung des Apfels von der Bestäubung bis zum reifen Produkt wurde nur als thematische Randerscheinung wahrgenommen. Apfelsaft - aus den Äpfeln unserer Wiese gepresst und aus den Apfelcocktailbechern genossen und der frische Apfelkuchen waren einfach interessanter. Zusammenfassend war es eine sehr aktive Gruppenstunde mit viel Freude am Spielen, Klettern und Toben. Die von den Kindern gesammelten Äpfel wurden stolz nach Hause getragen und werden sicherlich bald zu leckerem Apfelmus und Apfelgelee verarbeitet.
Lebensraum Streuobstwiese: Baumhöhlen, Cocktail-Äpfel, Picknick und Lernspiele
alle Bilder: Peter Ahrens
siehe auch "Editorial" unter Aktuelles und "Projekt Streuobstwiesen" unter Projekte
NABU und NAJU auf dem Molsberger Herbstmarkt
Zum ersten Mal hat die NAJU-Gruppe einen eigenen Verkaufsstand auf dem Molsberger Markt aufgebaut. Angeboten wurde ein reichhaltiges Repertoire von Selbstgemachtem: Schmuck, Lavendelsäckchen, Marmeladen, Vogelhäuschen und Insektenhotels sollten neue Besitzer finden. Bei einer Mitmachstation für Kinder konnten kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien und Halbedelsteinen gebastelt werden. Hier wurden echte Talente entdeckt und mit großer Freude hat sich unser jüngster Teilnehmer (drei Jahre) der neuen Kunstrichtung „Planta-Art“ genähert. Ein Mädchen hat in langer Kleinarbeit ein wahres Feuerwerk aus Amethysten gestaltet. Ein Anreiz, an unserem Stand stehen zu bleiben, waren auch die Drehorgeleinlagen. Die Comedian Harmonists haben vielen Besuchern ein Lächeln in das Gesicht gezaubert und einige der Vorübergehenden zum Mitsingen motiviert. Die meiste Freude hatten aber der Organist und die NAJU-Kinder, die sehr rasch das Drehorgeln und Spendensammeln übernommen haben. Auch wenn sich der wirtschaftliche Erfolg in überschaubaren Grenzen bewegt hat – wir freuen uns schon auf den Markt 2026.
Ein reichhaltiges Angebot wartet auf den Käuferansturm
Die Mitmachstation: Kunst mit Naturmaterialien
Bilder: Peter Ahrens und Marcel Weidenfeller
NAJU on Tour 2025 am 6.9.2025
Fossiliensuche und -präparation im Naturzentrum Nettersheim
Nach 150 Kilometern im Bus war es soweit….von allen schon mit Spannung erwartet sind wir – 15 Kinder mit ihren Eltern und 18 weiteren interessierten Erwachsenen – im Naturzentrum Nettersheim in der Eifel angekommen. Die Erwachsenen wanderten „Auf den Spuren der Römer“ – die NAJU-Gruppe durfte Fossilien suchen: Allerdings erst nach einer Einführung, in der wir mit unserem Scout, Herrn Müller, wunderbar unterhaltsam und faszinierend in die Welt der Eifelfossilien eingetaucht sind
Warum gibt es überhaupt versteinerte Meereslebewesen mitten in Deutschland? War hier früher Meer? Wurden sie angeschwemmt? Ist die Eiszeit mit ihren großen Geröllschiebungen verantwortlich? Nichts von alledem! Ursache ist die Verschiebung der Erdplatten vor 380 Millionen Jahren – das ist das Alter, der von uns gefunden Versteinerungen. Durch die Bewegung des auf dem flüssigen Erdinneren schwimmenden festen Erdmantels wurden Teile der Erde, die ehemals Meer waren, weit nach außen und weg vom Äquator gedrückt. So sind sie im Gebiet der Eifel gelandet. Heute finden wir daher dort eine dicke Schicht von versteinerten Korallen, Schwämmen und anderen Meerestieren, die nach ihrem Tod auf dem Meeresgrund konserviert und im Laufe der Jahrtausende zu Stein wurden.
Häufige Eifelfossilien sind die muschelähnlichen Armfüßer (Brachiopoden), die verschiedenen Korallenarten (Runzelkoralle, Bödenkorallen), Seelilien (Verwandte von Seesternen und Seeigeln) und Kalkschwämme. Damit wir die einzelnen Funde auch erkennen können, hat uns Herr Müller eine schöne Zeichnung geschenkt. Bei einem Fossilienquiz haben alle Kinder eindrucksvoll gezeigt, wie viel sie in so kurzer Zeit gelernt hatten.
Dann aber ging es los in´s Gelände. Auf dem Fossilienfeld wurden die Steine gesammelt, bei denen bereits äußerlich erkennbar war, dass sie Versteinerungen enthalten könnten. Einige gut erhaltene kleine Brachiopoden waren gut zu erkennen und wurden direkt in die Sammeltaschen gelegt. Andere eher unscheinbar wirkende „Steine“ kamen hinzu: Die mussten dann später in der Werkstatt aufgearbeitet werden und waren für manche Überraschung gut.So nebenbei wurden dann auch schon die ersten Picknickbrote ausgepackt. Auch Wissenschaftler brauchen Nahrung. Nach einer Stunde hatte jedes der Kinder eine beachtliche Sammlung von Fundstücken und alle wollten sehen, wie es nun in der Werkstatt weitergeht. Vorher gab es noch eine Essenpause und Gelegenheit, den Spielplatz des Zentrums zu testen.
In der Werkstatt hat Herr Müller dann unsere Funde mit einer Diamantsäge geteilt. Schon jetzt wurden zum Teil wunderbare Einschlüsse von Meerestieren erkennbar. Die Oberfläche wurde von den Kindern dann mit Schleifmitteln verschiedener Körnung – von grob bis sehr fein – poliert. Am Ende des anstrengenden Prozesses konnte man alle im Stein eingeschlossenen Fossilien mit vielen Details erkennen und die Kinder waren mit Recht stolz auf ihre Arbeit.
Das Ergebnis der mühevollen Schleifarbeit: wunderbar sichtbare Seelilien und Korallen
Der Tag wurde dann mit Schorle, Pommes und Schnitzel im „Maximilians“ beendet. Für alle sicher ein Erlebnis, das lange in Erinnerung bleiben wird.
alle Fotos: Peter Ahrens
Gruppentreffen am 23. 8. 2025 im Elzer Wald
Uralte Baumriesen, scheue Tiere, listige Gnome und zarte Elfen – Wir suchen ihre Spuren im Wald
Jeder, der sich schon einmal mit alten Wäldern beschäftigt hat, weiß es – auch wenn man kaum darüber spricht: Der Wald gehört nicht nur den Tieren, er ist auch der Wohnort von diebischen Kobolden, listigen Gnomen und zarten Elfen. Diese alle leben in der Anderswelt im Mittelreich des Waldes, meist hinter dem Horizont. Man muss schon sehr viel Glück haben, wenn man eines dieser Wesen von Angesicht zu Angesicht zu sehen bekommen will. Die Spuren ihrer verborgenen Tätigkeiten aber hinterlassen sie im Wald und der aufmerksame Waldgast findet sie immer wieder, besonders in den alten Buchen- und Eichenwäldern unserer Heimat – aber auch in Skandinavien, Irland, England und einigen anderen Ländern unserer Welt.
Schwierig ist es gelegentlich, die Spuren der Schatten- und Nachtwesen von Tierfährten und die gut getarnten Häuschen der Gnome von Spechthöhlen oder Vogelnestern zu unterscheiden. Dem Erfahrenen gelingt aber auch dies.
Ebenso ähneln die Fußspuren der Kobolde doch sehr den Fährten einiger Tiere. Man braucht also ein scharfes Auge – wie so häufig bei der Naturbeobachtung.Gestartet sind wir am Niedererbacher Grillplatz. Schon bald finden wir die ersten Spuren von Tieren. Von Buntspechten, Waldmäusen und Eichhörnchen angefressene Fichtenzapfen.
Ein Wildschwein hat seine Trittspur hinterlassen und am Niedererbacher Schieferstollen sehen wir blaues Haar: Seltsam, wohl von einer Waldelfe? Eine große alte Eiche fordert ein Geschenk ein, damit sie uns in den Zauberwaldwald einlässt. Etwas später stoßen wir auf viele Federn. Hier wurde wohl eine Drossel Opfer eines hungrigen Greifvogels. Gleich nebenan ein aufrechtstehender, abgestorbener Baum – direkt neben dem Bach, dem Reich der Wasserelfen.
Von den scheuen winzig kleinen Elfen ist außer einer Eingangstür am Baum keine Spur zu entdecken – dafür finden wir aber das große Pilzhaus von Troll Tunibert (Anmerkung: Der Troll heißt eigentlich Kunibert, er hat aber einen leichten Sprachfehler, so dass er sich als Tunibert vorstellt). Von ihm erfahren wir, dass hier ein Trolldorf entstehen soll.
Alle sind sofort bereit, dem Troll zu helfen und rasch ist eine ganze Siedlung aufgebaut – versteckt im Wald und für den ahnungslosen Waldbesucher kaum sichtbar.
Ausgerüstet mit dem Wissen, wie die Kobolde ihre Häuser bauen, fallen wir nicht auf das Kugelnest eines Zaunkönigs herein: Das ist kein Zauberwerk, aber unglaublich kunstvoll. In einem Meisennest finden wir noch einige nicht ausgebrütete Eier, ein neugieriger Grasfrosch springt uns über den Weg und einige Mistkäfer gehen ihrer Arbeit nach.
Mit der Baumsuche endet unser 3 km langer Rundweg: Wir finden die Buche, die Eiche, das Bergahorn und die Lärche im Elzer Gnomenwald. Wieder am Grillplatz angekommen sind alle müde und matt. Zum Glück hat unser Picknick den quälenden Hunger gestillt, der uns vor dem Bau des Trolldorfes überfallen hatte. Die Welt hat uns nun wieder, die Eltern sind schon in Wartestellung und die Gruppenleiter froh, dem Gnomenwald unbeschadet entkommen zu sein.
alle Bilder: Peter Ahrens; Grafik aus: Das große Buch der Geister
Gruppenstunde am 9.8.2025 in Niedererbach: „Wiese schmeckt“
Schmeckt sie wirklich, die Wiese? Das herauszufinden war das Ziel unseres Gruppentreffens am letzten Ferienwochenende. Einerseits war die Skepsis schon erheblich – andererseits hatten einige der Kinder schon zuhause Erfahrung mit Wildkräutern gemacht. Trotzdem war die Vorstellung Brennesseln zu essen schon befremdlich: Brennt da hinterher nicht der ganze Mund? – und was ist mit giftigen Pflanzen? Unser Ziel war ein wunderbares Spitzwegerich-Pesto und einen köstlichen Brennessel-Spinat herzustellen - und natürlich anschließend auch zu essen. Weder Brennesseln noch Spitzwegerich kann man mit ungenießbaren Pflanzen verwechseln und beide haben eine lange Tradition - nicht nur als essbare Wildkräuter, sondern auch in der Naturheilkunde. Gesund sind sie also – aber auch schmackhaft? Schnell hatten wir eine große Menge feinster Brennesseln gesammelt. Der Spitzwegerich war schon etwas aufwendiger und so nebenbei sind noch einige Blättchen von wildem Oregano und Gundermann in unseren Sammelkörbchen gelandet.
Im großen Topf wurde dann der „Spinat“ gekocht, dann brennen auch Brennesseln nicht mehr, da die Brennhaare zerstört werden. Das Spitzwegerich-Pesto war einfacher herzustellen: die Blätter, Öl, Sonnenblumenkern, Gewürz und Parmesankäse pürieren – fertig. Beim Würzen haben sich einige Kinder dann als wahre Kochtalente herausgestellt. Am Nachmittag hatten dann alle Hunger und eine deutliche Mehrheit der Kinder war mit dem Ergebnis zufrieden. Es wurde mit Freude gegessen. Für einige Kinder war es aber doch zu befremdlich, da wurde bereits das Versuchen abgelehnt und gewohntes Essen bevorzugt. Zum Ende gab es noch Eis aus Zitronenmelissen-Tee - nach der Anstrengung und 30 Grad im Schatten für alle ein schöner Abschluss. Die Rezepte kommen per Mail. Wie immer beim Kochen: gewürzt wird nach Geschmack und kreative Veränderungen (Sahne, Knoblauch, Oregano, Rosmarin, Honig, Chili) machen Spaß.
Die Kräuter werden gesammelt, geputzt und dann als Pesto und Spinat gegessen. Am Ende der Gruppenstunde machen wir noch Kunst aus Blüten alle Fotos: Peter Ahrens
Batnight in Niedererbach – oder
„Fledermäuse - die Flugakrobaten der Nacht“
NAJU-Veranstaltung am 5. Juli 2025
Das Highlight des Jahres für die NAJU-Gruppe: die Fledermausnacht. Am Nachmittag haben wir das Zeltlager für die Übernachtung aufgebaut und bei wunderschönem Wetter wurde mit dem Abendessen gestartet.
Nach dem Essen gab es von Konstantin die Fledermausshow: Er hatte eine richtige Fledermaus mitgebracht. Der Große Abendsegler „Nicki“ wurde von ihm nach einem Unfall mit einem Windrad gefunden und gepflegt und dadurch auf den Mensch als Partner geprägt. Da Nicki nicht mehr fliegen kann und daher auch nicht ausgewildert werden konnte, wurden die beiden ein Traumteam. Alle konnten Nicki hautnah erleben und einige Kinder durften die freundliche Fledermaus auch streicheln. Allerdings war Nicki nach einer Weile unwillig, durch so viel Aufmerksamkeit gestresst und hat sich rasch unter dem T-Shirt von Konstantin in Sicherheit gebracht - die Gelegenheit für Marcel Weidenfeller noch Einiges über das faszinierende Leben der Fledermäuse zu erzählen.
Großer Abendsegler Alle können Nicki ansehen jetzt reicht es Nicki
Unter anderem hatte er ein mikroskopisches Präparat von Fledermauskot dabei. Das Angebot eines Kindes, einen Knöddel Kaninchenkacka gegen Fledermauskot zu tauschen wurde von Marcel jedoch unverständlicherweise abgelehnt.
Vollgepfopft mit Fledermauswissen ging es dann in den Niedererbacher Jakobsstollen – ein Rest des früheren Schieferabbaus in diesem Gebiet. Hier – für uns Menschen ein eher unheimlicher und verwunschener Ort – ist das Winterquartier von verschiedenen Fledermausarten. Der Stollen wird vom NABU Hundsangen betreut und als Rückzugsort für Fledermäuse erhalten.
Marcel erzählt spannende Fledermausgeschichten (links oben); Fledermauskot besteht fast nur aus den Chitinteilen der gefressenen Insekten, Aufnahme ca. 10-fach vergrößert (oben rechts); in der geheimnisvollen Höhle (unten links); Zwergfledermaus (unten rechts)
Bei dem Bewegungsquiz musste die richtige aus drei Antworten gefunden werden. Wer hätte das gedacht: Fledermäuse ernähren sich nicht von Blut (mit wenigen Ausnahmen) und auch nicht von Vollpfosten und Blindfischen – sondern von Insekten, die sie nachts im Flug jagen und meist auch im Flug verzehren. Sie benutzen zur Jagd für Menschen nicht hörbaren Ultraschall und können so ein sehr präzises „Bild“ ihrer Umwelt und ihrer Beute herstellen und Insekten millimetergenau orten und auch identifizieren. Viele weitere Besonderheiten dieser Tiere wurden im Spiel erfahren.
Unser Zeltlager
In der Zwischenzeit haben sich in der Dämmerung auch schon die ersten Fledermäuse eingestellt, die wir mit dem Fledermausdetektor orten konnten. Der Detektor macht die Ultraschalllaute für das menschliche Ohr hörbar, und so konnten wir dann auch viele insektenjagende Fledermäuse über dem Platz und um die Bäume herum beobachten. Noch erfolgreicher waren wir allerdings am kleinen See, den wir nach kurzer Nachtwanderung erreicht hatten. Hier war insbesondere die Wasserfledermaus aktiv, viele Tiere dieser Art haben über der Wasseroberfläche nach Insekten gesucht und konnten geortet und gut beobachtet werden.
Junge Fledermäuse in der Wochenstube Wasserfledermaus
Nach der Rückkehr zum Camp kam noch der kulturelle Teil des Abends. Mit Gitarrenbegleitung wurde das „Fledermauslied“ gesungen – bis die Erschöpfung des NAJU-Teams keine Wahl gelassen hat: das Ende der „Batnight“ wurde angekündigt. Gegen 24 Uhr waren alle im Zelt und die Erwachsenen waren kaum fünf Minuten später eingeschlafen. Die Nachtwache hatte keine Arbeit. Weder Wildschweine noch andere Tiere hatten unseren Schlaf gestört. Die Kinder haben sich als echte Outdoor-Fans gezeigt, waren tapfer und haben ruhig geschlafen. Nach dem Frühstück wurde das Camp gemeinsam abgebaut – noch deutlich vor dem dann gegen 12 Uhr mittags einsetzendem Regen. Für uns alle war es ein wunderschönes Wochenende mit viel Spaß, interessanten Erfahrungen, schönen Beobachtungen in der Natur und herrlichem Wetter. Dank allen Helfern – insbesondere dem Genie, dem es gelungen war, die Wurfzelte wieder zusammen zu falten und den Giganten, die die Zeltheringe aus dem betonharten Boden gezogen haben. Dank an Konstantin und Nicki und Dank an Marcel und Leander, die Kinder, Eltern und Team mit dem notwenigen Wissen versorgt haben, damit wir alle den „Flugakrobaten der Nacht“ mit Zuneigung begegnen können.
Fotos: Wasser- und Zwergfledermaus (Dietmar Nils): Großer Abendsegler und Wochenstube (Eckhard Grimmberger); alle anderen Fotos: Peter Ahrens
Familienwanderung am 29.6.2025 zum Malberg. Eine Veranstaltung von NABU, NAJU und der Masgeik-Stiftung
Naturspaziergang für die Familie – Anregungen für zufriedene Kinder beim Wandern
29.6.2025 – eine Wanderung zum Malberg mit Philipp Schievenhövel und Marcel Weidenfeller
Die naturbegeisterten Eltern wollen wandern – die weniger motivierten Kinder zeigen sichtbar Verweigerungstendenzen. Auch die Hinweise auf die Schönheit des vulkanisch geprägten Malbergs mit seinen vielfältigen Felsformationen, den uralten Bäumen und dem kühlen Waldklima führt nicht zu wirklichen Freudensprüngen an einem heißen Sommertag. Was also ist tun? Wir geplagten Eltern müssen kreativ werden. Wir müssen der banalen Wanderung einen Eventcharakter verleihen. Deshalb einige Vorschläge, die sich bei unserem Ausflug zum Malberg bewährt haben.
Pausen- oder Endziel sollten ein Highlight sein (Spielplatz, Eisdiele, Höhle, Kletterfelsen, Ruine). Schön ist ein Bach, in dem man kleine Tiere finden kann, eine Blütenwiese um Schmetterlinge zu fangen oder eine Suche nach Krabbeltieren im Boden. Dafür an Ausrüstung denken (Lupe, Taschenmesser, ev. Fernglas, „Belohnungen“ z.B. Gummibärchen, M&M, Treets). Am schönsten bei unserer Familienwanderung war die Gnomengeschichte. Bereits am Parkplatz wurde durch ein Schild vor den Waldgnomen gewarnt. Wir mussten dann leider feststellen, dass der berüchtigte Malberg-Waldgnom unsere Gummibärchen gemopst hatte. Damit war die Jagd auf den Gnom eröffnet. Auf dem Weg wurden immer wieder Hinweise auf dessen Flucht gefunden: eine Gnomenjacke, seine Hose? Wir waren also auf dem richtigen Weg. 3 Grasfrösche, die so nebenbei gefangen wurden, konnten uns bei der Gnomensuche allerdings nicht weiterhelfen – wir haben sie wieder im Wald in Freiheit gelassen. Auch einige Schwalbenschwanzschmetterlinge waren nicht sehr gesprächig. Die Angst vor dem Gnom war wohl zu groß. Am Ziel – auf dem Gipfel des Malbergs angekommen - waren wir dann aber erfolgreich. Die Höhle des Gnoms mitsamt den gemopsten Gummibärchen wurde entdeckt und der Gnom hatte das Nachsehen. Trotzdem haben wir ihm Hose und Jacke zurückgegeben.
Zwischendurch gab es einige lustige Suchspiele, Fotoshootings und Interessantes im Wald. Alle 7 Kinder waren während der ganzen Wanderung fröhlich, aktiv und es gab keinen Augenblick Langeweile oder Unmut. Den berüchtigten Satz „Wann sind wir endlich da“ haben wir nicht gehört. Die Kinder waren am Ende der Wanderung noch fit. Einige Erwachsene wirkten erkennbar geschwächt. Da hatte am Ziel wohl die Motivationshilfe gefehlt.
Das Hüpfspiel, ein Grasfrosch, der Gnomenwald und unser Schwalbenschwanz (von links) Fotos: Peter Ahrens
Gruppenstunde am 14.6.2025 in Niedererbach
Gruppenstunde 14.6.2025: Schmetterlinge
Der Wettergott meinte es gut mit den Schmetterlingen. Für die war es Schönwetter – für uns Menschen war es eher „Stöhnwetter“. Bei 34 Grad suchte man den Schatten und Wasser. Trotzdem hatte sich ein Großteil der NAJU-Kinder eingefunden um war vom Leben und der Schönheit der grazilen Schmetterlinge fasziniert. Ist doch schon die Entwicklung eines Schmetterlings vom Ei über die Raupe und Puppe wie ein Wunder und man kann sich kaum vorstellen, dass sich aus der „Raupensuppe“ im Kokon der Puppe in 14 Tagen ein Schmetterling entwickelt. Diese Metamorphose konnten wir gut am Beispiel des Distelfalters und des Tagpfauenauges beobachten. Von beiden Schmetterlingen hatten wir Raupen und Puppen gefunden, die zuhause weiter beobachtet und in einem von Fressfeinden geschützten Bereich zum Schmetterling werden können.
Die Brennnessel, als wichtigste Futterpflanze für das Pfauenauge, hatte aber noch eine ganze Reihe von weiteren Bewohnern: Blattläuse in Mengen, winzige Schnecken und Wanzen waren unser „Beifang“. Allerdings muss auch angemerkt werden, dass insgesamt nur sehr wenige Schmetterlinge zu sehen waren – trotz bester Bedingungen. Auch diese sind offensichtlich vom allgemeinen Insektenrückgang betroffen und werden auch in relativ geschützten Gebieten immer weniger.
Noch kurz vor dem Wolkenbruch wurden alle Kinder von ihren Eltern abgeholt. Zum Glück konnte auch unsere technische Ausrüstung - Lupen, Mikroskop und das Modell vom Insektenauge - noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. So war es insgesamt wieder ein schöner und informativer Nachmittag.
Ei, Raupe und Puppe des Distelfalters, adulter Distelfalter (Imago)
Foto (von links nach rechts) Helge May, Peter Ahrens, Peter Ahrens, Helge May
Mikrofotografie der Schuppen eines Schmetterlingsflügels; Tagpfauenauge
Vergrößerung im Mikroskop 40:1
Der Schmetterlingsflügel ist vollständig mit Schuppen bedeckt. Die Farben der Flügel sind teilweise Farbpigmente - sie entstehen aber auch durch Lichtbrechung an der Schuppenstruktur, die dann zu einem Farbeindruck führt. Im Bild dargestellt ist der Flügel eines Tagpfauenauges, fotografiert mit einem Handy, das über das Okular eines Kindermikroskops gehalten wurde. Dies ist ein sehr einfaches Verfahren, um Fotos von sehr kleinen Objekten anzufertigen. 6 Kinder unser NAJU-Gruppe haben bereits zuhause ein Mikroskop, ein Handy oder Fotoapparat. Geplant für unsere NAJU-Kinder ist daher in nächster Zeit ein Einführungskurs "Mikroskopieren" und "Mikrofotografie". Lupe, Binokular und Mikroskop sind wichtige Werkzeuge in der Naturbeobachtung. Handy und Fotoapparat sind unerlässlich für die Dokumentation der Beobachtungen und für den Austausch mit anderen Naturinteressierten.
Foto: Peter Ahrens
Gruppenstunde am 10.5.2025 in Wallmerod
Die Stunde der Gartenvögel – Die NAJU-Kinder beteiligen sich am „Citizen-Science“ Projekt des NABU und zählen eine Stunde die Vögel im Schulgarten in Wallmerod
Die Gruppenstunde stand ganz unter dem Thema „Gartenvögel“. Wie bereits im Winter wurden die Sommervögel eine Stunde lang mit Fernglas und Spektiv beobachtet und gezählt. Insgesamt haben wir in Wallmerod 13 verschiedene Arten gesehen: Kohl- und Blaumeisen, Kleiber, Grünfink, Mauersegler und Haussperlinge und viele weitere mehr und an die NABU-Zentrale gemeldet. Das bundesweite Ergebnis von insgesamt mehr als 1,1 Millionen Beobachtungen ist in der Tabelle zusammengefasst. Auch dieses Jahr wurden im Vergleich zum Vorjahr erneut weniger Vögel gezählt. Eine Zunahme der Population war erfreulicherweise bei Mauerseglern und Mehlschwalben zu beobachten.
Der Nachbau eines Vogelnestes hat sich als recht schwierig dargestellt und wir alle konnten nach den eigenen Versuchen das Geschick der Vögel bei der Herstellung ihrer Kinderstube nur bewundern: Bauen sie ihre kunstvollen und sehr stabilen Nester doch nur mit ihrem Schnabel und ohne Hilfe von Fingern oder Werkzeug.
Faszinierend war die Betrachtung der Vogelfedern im Binokularmikroskop. Wir konnten den Aufbau einer schützenden Deckfeder betrachten und den Unterschied zu den wärmenden Daunenfedern deutlich erkennen. Einige der Kinder haben ihre Federpräparate dann mit einem an der Optik des Gerätes angepassten Smartphone fotografiert.
Tabelle: Bundesweites Ergebnis der Vogelzählung 2025; 1,1Millionen Sichtungen an 40 000 Orten
Die Entwicklung vom Ei zum Küken (oben links) wird von den Kindern interessiert angesehen (oben rechts).
Ein Wassertropfen perlt von einer Taubenfeder ab (unten links), Daunenfeder (unten Mitte) und Deckfeder (unten rechts) im Binokular bei 30 bzw. 15-facher Vergrößerung
Mikrofotografien: NAJU-Kinder, Aktionsfotos. Peter Ahrens
Gruppentreffen Samstag 12.4.2025
Frösche, Kröten und Co
Bei strahlendem Sonnenschein mit sommerlichen Temperaturen trafen sich 26 NAJUs am Wochenende vor Ostern in Niedererbach. Dort konnten die Kinder am Fischbach und den dortigen Teichen Ausschau nach Amphibien halten.
Etliche Bewohner des Wassers landeten in den Keschern der Naturforscher. Die Kleinlebewesen wurden sorgfältig bestimmt und dann wieder freigelassen. Bemerkenswert war, dass die Kinder keine Scheu hatten, auch einmal einen echten Lurch anzufassen.
Nähere Informationen erhielten die Kinder an diesem Tag über die vier Amphibien, die in diesem Gebiet tatsächlich vorkommen, nämlich die Erdkröte, der Grasfrosch, der Teichmolch und der Feuersalamander.
Die Erdkröte
Erdkröten sind 9-11 cm groß und wiegen zwischen 50 bis 100 Gramm. Sie können bis zu 10 Jahren alt werden. Typisch ist die braune, warzige Haut. Wie die Grasfrösche haben sie waagrechte Pupillen – aber kein Trommelfell hinter dem Mund. Kröten leben bevorzugt in Wäldern. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und gehen dann auf Jagd nach Würmern, Käfern, Ameisen Schnecken, Asseln und Spinnen. Im Frühjahr wandern sie bis zu 3 Kilometern zu ihrem Laichgewässer und legen dort mehrere Tausend Eier in Schnüren ab, die sich zunächst zu Kaulquappen entwickeln. Mit der Ausbildung von zunächst den Hinterbeinen, dann den Vorderbeinen stellt sich auch die Atmung von Kiemenatmung zur Lungenatmung um. Jetzt ist die kleine Kröte fertig entwickelt. Sie verlässt das Wasser und wandert zu ihrem Habitat (Wald). Kröten haben viele natürliche Feinde (Waschbären, Marder, Katzen,
Raben- und Greifvögel). Große Opfer fordert der Straßenverkehr bei der Krötenwanderung zu den Laichgewässern, aber auch die Zerstörung und Verschmutzung von Gewässern.
Der Grasfrosch
Bei ca. 10 cm Körpergröße wiegt ein Grasfrosch bis zu 100 Gramm. Er wird bis zu 7 Jahre alt. Durch seine relativ glatte braun-gründliche Haut ist er in seinem Habitat (kühle feuchte Orte in Wäldern, Gärten, Parks, an Ufern) gut getarnt. Ähnlich wie die Kröte ernährt er sich von Insekten, Schnecken und Würmern, die er nachts und in der Dämmerung jagt. Im frühen Frühling legt das Weibchen in Ballen mehrere Tausend Eier ab, die sich innerhalb von 10-12 Wochen über Kaulquappen zu kleinen Fröschen entwickeln. Den Winter überleben Frösche in „Winterstarre“. Sie können auch in ihren Erdverstecken einfrieren – überleben dies und sind dann im Frühling wieder „putzmunter“. Frösche werden wie die Kröten von vielen Feinden als Nahrung erbeutet. Bedroht sind sie aber hauptsächlich durch den Menschen: Lebensraum für Frösche wird immer weniger und der Straßenverkehr fordert viele Opfer bei der Wanderung zu den Laichgewässern.
Der Teichmolch
Unsere häufigste Molchart wird bis zu 11 cm lang. Männchen und Weibchen sehen deutlich unterschiedlich aus (man nennt das wissenschaftlich „Geschlechtsdimorphismus“). Der Bauch des Männchens ist gelb bis orange, das Weibchen ist gelblich bis sandbraun mit kleinen dunklen Punkten. In kleinen stehenden oder nur langsam fließenden Gewässern werden 100 – 300 einzelne Eier an Pflanzen angeheftet und in Blätter „eingewickelt“. Dazu benutzen Teichmolche geschickt ihre Füße. Die Molchlarven entwickeln sich im Wasser zu den erwachsenen Tieren, die dann nach einiger Zeit das Wasser verlassen und an Land leben und nur zur Paarung und Eiablage in das Wasser zurückkehren. Teichmolche leben von Insekten, Würmern, Schnecken; die im Wasser lebenden Larven und Molche fressen Kleinkrebse und Insektenlarven. Sie selbst werden gerne von erwachsenen Molchen, Fischen, Libellenlarven und Gelbrandkäfern gefressen. Die erwachsenen Molche sind Nahrung für Störche, Reiher, Schlangen und Fische. Sie sind wie alle Amphibien durch den Menschen am meisten bedroht (Gewässerzerstörung, Fischbesatz, Straßenverkehr).
Der Feuersalamander
Feuersalamander sind eine stark bedrohte Tierart. Sie leiden nicht nur unter der Zerstörung ihres Lebensraumes, sondern aktuell auch unter einer tödlich verlaufenden Hauterkrankung (Bsal). Die bis zu 20 cm langen Tiere können bis 25 Jahre alt werden. Sie sind durch ihr auffälliges Erscheinungsbild leicht zu erkennen: schwarz mit gelb-orangen Flecken oder Streifen. Feuersalamander sind nachtaktiv und leben in feuchten laub- und Mischwäldern. Sie verkriechen sich tagsüber und gehen nachts auf Nahrungssuche (Würmer, Nacktschnecken, Asseln, Tausendfüßler und Spinnen). Die Larven im Wasser fressen Insektenlarven. In warmen Sommern kommt der Salamander aber auch tagsüber bei Regen aus seinem Versteck. Feuersalamander bringen ihre Larven voll entwickelt in sauberem Wasser zu Welt. Sie sind „lebendgebärend“. Erwachsene Feuersalamander haben viele Feinde. Sie werden von Igeln, Füchsen, Dachsen, Wildschweinen und Ratten als Nahrung erbeutet. Mit Giftdrüsen am Rücken bildet er Fressfeinde abschreckende Sekrete.
Der Salamander überwintert unter Baumwurzeln, verlassenen Mauselöchern, Fuchsbauten oder Felsspalten.
Der "Beifang"
Neben einigen Molchlarven, Grasfröschen und Kaulquappen hatten wir auch einen interessanten "Beifang". Neben einer Libellenlarve, Eintagsfliegenlarven, Köcherfliegenlarven und Wasserskorpionen sind noch einige Bachflohkrebse in unsere Netze gegangen. Alles wurde von den Kindern im Binokular analysiert, bestimmt und anschließend wieder in die Gewässer zurück gesetzt.
Foto: Peter Ahrens, Alexis Ahrens und NABU
Die Jungforscher bei der Arbeit
alle Fotos: Peter Ahrens
Gruppentreffen am 08. 03. 2025
Wir bauen einen Nistkasten
Bei wunderschönem Frühlingswetter haben wir uns zum ersten richtigen Arbeitseinsatz getroffen. Auf dem Programm: Jedes Kind soll mit Akkuschrauber, Hammer und Zange eine kleine Meisenwohnung bauen. Es wurde mit Eifer gehämmert, geschraubt, gestrichen und zum Schluss auch noch verziert. Denn auch Meisen lieben „Kunst am Bau“. Immer zwei Kinder und ein Betreuer bildeten ein Team und werkelten gemeinsam. Die Kinder arbeiteten geschickt und schon bald gab es Richtfest für 23 wunderschöne neue Meisenwohnungen. Die Kinder haben den überwiegenden Teil des Bauens ohne Hilfe der Erwachsenen geleistet. Daher waren es mit konzentrierter Arbeit gefüllte zwei Stunden. Zur Belohnung gab es dann anschließend noch das „Nestbau-Spiel“. Erfolgreiche Nestbaumeister wurden mit einem Schokoladen-Ei belohnt.
Bei den Nistkästen entscheidet die Größe des Einflugloches über die künftigen Bewohner: Bei einem 30mm-Loch können die Kinder daher bald die kleinen Meisenarten wie Blaumeise, Haubenmeise, Tannenmeise, Sumpf- oder Weidenmeise bei ihrem Brutgeschäft beobachten.
Viel Spaß dabei!
Die Kinder bei der Arbeit. Fotos: Peter Ahrens
Nassauische Neue Presse vom 18.3.25
Vortrag von Marcel Weidenfeller am 21.3.2025 in der Grundschule Hundsangen
Nisthilfen
Nach dem Bau unserer Nistkästen – eine Aktion, die von Freude und Spaß gekennzeichnet war- kam jetzt die Härte des Lebens. Marcel Weidenfeller hat uns mit dem ihm eigenen Enthusiasmus alles über Nisthilfen und die Betreuungsprojekte des NABU in unserer Gemeinde erzählt. Trotz des sehr anspruchsvoll präsentierten Vortrags waren die Kinder mehr als eine Stunde konzentriert und haben zum Teil durch erstaunliche Kenntnisse und eigene Beiträge und Erlebnisse den Referenten in Erstaunen versetzt. Lieblingsbild der Zuhörer war zweifelsohne die Aufnahme einer Gruppe von Steinkauzkindern: da konnte man den Faulen sehen, den Neugierigen, den Null-Bock Typ und den Überbegabten. Zumindest wurden bei den Jungvögel eine Reihe von sehr menschlichen Eigenschaften entdeckt, die man alle am Blick aus den großen Augen erkennen konnte.
Das schönste Bild für die Kinder: Junge Steinkäuze im Nistkasten des NABU-Hundsangen Foto: Marcel Weidenfeller
Kino am 22.2.2025
Popcornkino mit den NAJU-Kindern
Zu einem Filmabend ganz besonderer Art trafen sich die Kinder unserer NAJU-Gruppe am Samstag, dem 22. 2. im großen Gruppenraum der Grundschule Wallmerod. Kaum waren wir angekommen, wurde von den Kindern ruckzuck eine große bequeme Kissenlandschaft aufgebaut, in der es sich alle gemütlich machen konnten. Dann schauten wir den Naturfilm „Der Fuchs und das Mädchen“ an. Mehrere Schüsseln selbst gemachtes Popcorn wurden dabei vertilgt und besonders während der spannenden Phasen des Films kauten die kleinen Münder eifrig.
Nach dem Film gab es noch eine kurzweilige Inforunde über den Fuchs. Dabei wurde auch seine Spur, das Schnüren, mit Bildkarten nachgelegt. Für viel Freude sorgte währenddessen unser NAJU-Hund Matti, dessen Fußspur ebenfalls gelegt und mit der des Fuchses verglichen wurde. Insgesamt sollte deutlich werden, dass beide zur Tierfamilie der Hunde (Caniden) gehören, die letztendlich vom Wolf abstammen.
Aber zum Glück ist unser Pudelmischling Matti das genaue Gegenteil: Mit seinem weichen Fell und seinem geduldigen Wesen gehört er eher zur Familie der Kuscheltiere.
Popcornkino ganz bequem, "Wolf" im Pudelpelz und das Pfotenspiel Fotos: Peter Ahrens
Gruppentreffen 8.2.2025
WALDTIERE
Am Samstag, dem 8. Februar trafen sich wieder 21 Kinder unserer NAJU-Gruppe an der Grundschule Wallmerod. An diesem Tag stand das von den Kindern sehnlichst erwartete Thema „Tiere des Waldes“ auf dem Programm. Dabei ging es um Säugetiere, die in unseren heimischen Wäldern leben, nämlich um das Reh, das Wildschwein, den Feldhasen, das Eichhörnchen und den Igel. Den Fuchs hatten wir uns für das nächste Mal aufgehoben.
Nachdem sich die Kinder zu Teams zusammengefunden hatten, konnte es dann auch gleich mit der Informationsbeschaffung losgehen. Mithilfe von Büchern, Zeitschriftenartikeln und der Recherche im Internet mittels Tablets hatten die einzelnen Teams rasch die wichtigsten Informationen zu ihrem Tier gesammelt. Diese konnten dann auf ein großes Poster geschrieben und auch noch mit Bildmaterial veranschaulicht werden.
Schließlich stellten die einzelnen Expertenteams ihr Tier den anderen Kindern vor. Natürlich konnten auch Fragen gestellt werden…und die Experten waren um keine Antwort verlegen.
Zwischendurch gab es wie immer auch wieder Spiele, wie z. B. die Wildschweinjagd, den Hasenlauf oder das Eichhörnchen-von-Ast-zu-Ast-Spiel. So war es für die Kinder wieder ein kurzweiliger, geselliger und natürlich auch informativer Nachmittag.
Neben der Gruppenarbeit zu den einzelnen Waldtieren (oben links) hatten wir viel Spaß beim Eichhörnchenspiel (oben rechts). Die Poster der Kinder (unten links) wurden dann von jeder Gruppe dem Forum präsentiert (unten rechts). Fotos: Peter Ahrens
Samstag, den 11. 01. 25
NAJU Gruppe Hundsangen - Junge Naturforscher helfen bei Vogelzählung mit
Am Samstag, den 11. 01. 25 war es endlich wieder soweit…, unsere NAJU-Kinder hatten ihr erstes Gruppentreffen im neuen Jahr.
Dieses Mal ging es um „Die Stunde der Wintervögel“, eine vom NABU an diesem Wochenende initiierte Aktion zur Bestandserfassung. Schnell waren das Spektiv aufgebaut und die Ferngläser bereitgelegt. Mit der Unterstützung von Marcel, unserem versierter Vogelkundler, hatten die Kinder schon bald die ersten Besucher unseres Vogelhäuschens im Visier. Im Laufe einer Stunde entdeckten sie zwei Elstern, eine Kohlmeise, drei Blaumeisen, drei Amseln, einen Haussperling, zwei Buchfinken, zwei Ringeltauben und einen Gimpel. Das aufregendste war jedoch, als sich ein stattlicher Kernbeißer im Vogelhaus breitmachte. Diesen eher seltenen Vogel so nah zu sehen, war schon ein Erlebnis!
Spannend war jedoch auch die zusätzlich angebotene Vogelrallye: Hier konnten die Kinder ausprobieren, wie Meisen mit ihren Füßen zu arbeiten, sie konnten Wintervögel aus bunter Schafswolle in Trockenfilztechnik herstellen, ein Vogelmemory spielen, verschiedenen Vogelarten ein artgerechtes Winterfutter zusammenstellen und in einem Quiz ihr Wissen über die Standvögel unter Beweis stellen. Dabei stellte sich heraus, dass die NAJUs schon über ein erstaunliches Faktenwissen verfügen und darüber hinaus schon viele Fragestellungen durch eigene sachgerechte Überlegungen lösen konnten. Super gemacht!!!
Wie im Fluge waren die drei Stunden vergangen und alle mussten schon wieder ans nach-Hause-Gehen denken. Als Belohnung gab es für jedes Kind noch einen tollen Mitmach-Kalender, in dem man jeden Monat nützliche Aktionen für die Umwelt und Natur findet.
Später wurde vom Team noch schnell das Ergebnis der Vogelzählung gemeldet, denn schließlich wollen wir ja am Gewinnspiel teilnehmen. Alle drücken die Daumen!
Der interessanteste Vogel unserer Beobachtungsstunde - ein Kernbeißer (oben links). Diskussion der Beobachtungen (oben rechts), Vogelfedern ganz groß im Binokular (unten links) und Untersuchung des Vogelfutters (unten rechts). Fotos: Marcel Weidenfeller und Peter Ahrens