Vielfalt sorgt für Vielfalt

Ein Projekt der NABU-Gruppe Hundsangen

56414 Wallmerod, Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung, 16. März 2018

Leitung: Susanne Piwecki (Naturgartenplanerin), Oberzeuzheim

 

In einem kurzweiligen Vortrag hatte die Naturgartenplanerin Susanne Piwecki bei vollem Saal mit über 40 Teilnehmern das Projekt „Vielfalt sorgt für Vielfalt“ der NABU-Gruppe Hundsangen vorgestellt und anhand von Fallbeispielen aus der Arbeit der Projektgruppe gezeigt, welche Gärten angetroffen wurden. Es wurde dabei aufgezeigt, was aus Naturschutzsicht gute Ansätze sind, wo die größten Fehler liegen und wie man eine Erhöhung der Artenvielfalt erreichen kann.

 

Fotos: Martin Dietz

Westerwälder Lanschaften im Licht - Eine Hommage an unsere Heimat

Vortrag vom Do. 7.12.2017 mit Gabriele und Harry Neumann (Naturschutzinitiative)

Viele Jahre haben die beiden Naturschützer und Landschaftsfotografen den Westerwald zu allen Jahreszeiten fotografiert. Die 50 Zuschauer konnten eintauchen in die schönsten Westerwälder Landschaften mit ihren einheimischen Bewohnern. Es gab einzigartige Aufnahmen und Stimmungen um die Seele baumeln zu lassen. Ein Vortrag der begeister, aber auch nachdenklich macht wie mit der Natur umgegangen wird und was uns noch davon bleibt.

NABU Hundsangen und die Masgeikstiftung Molsberg zeichnen 24 SchwalbenfreundeInnen aus

Hundsangen. Da es den Schwalben in Deutschland nicht besonders gut geht, hat der NABU die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ ins Leben gerufen. Dabei sollen Hausbesitzer/-innen, die Schwalben an ihren Häusern oder in ihren Ställen nisten lassen, mit einer Auszeichnung belohnt werden. Schwalben sind seit jeher beliebt. Sie gelten als Glücksboten und ihre Rückkehr kündigt den Sommer an. Man sagt, die kleinen Vögel würden sogar helfen, das Wetter vorauszusagen: Fliegen sie tief, droht Regen, fliegen sie hoch, gibt es gutes Wetter.

Foto: Martin Dietz
Foto: Martin Dietz

Doch die Glücksbringer haben es dieser Tage nicht leicht. Für sie wird es immer schwieriger, geeignete Nistmöglichkeiten, Material für ihren Nestbau oder Nahrung zu finden. Daher hat der NABU die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ ins Leben gerufen: Diejenigen Hausbesitzer/-innen erhalten eine Plakette, die Schwalben an ihren Häusern oder in ihren Ställen und Schuppen brüten lassen, zusätzliche Nisthilfen aufhängen oder eine Lehmpfütze für die Tiere anlegen. So konnte, durch die seit mehreren Jahren von Philipp Schiefenhövel von der Masgeikstiftung und weiteren freiwilligen HelfernInnen, 24 Privatpersonen ausfindig gemacht werden, die sich besonders um den Schwalbenschutz in der Verbandsgemeinde Wallmerod verdient gemacht haben. Bei einer kleinen Feierstunde konnte Marcel Weidenfeller vom NABU Hundsangen und Hella Weigand von der Masgeikstiftung Molsberg folgende Personen mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ und einer Urkunde ehren:

 

Joachim Ickenroth (Sainerholz), Alfred Daubach (Niedererbach), Monika Arnold (Dreikirchen), Emanuel Munsch (Bilkheim), Evelin Prädelt (Elbingen), Werner Holzbach (Herschbach), Rainer Wörsdörfer (Herschbach), Familie Miltenberger (Kuhnhöfen), Richard Kremer (Molsberg), Josef Müller (Niederahr), Dieter Seibold (Obererbach), Bruno Schneider (Obererbach), Hans-Josef Weyand (Wallmerod), Familie Müller (Wallmerod), Christoph Hecht (Dreikirchen), Peter Konrath (Steinefrenz), Marie-Luise Gammella (Wallmerod), Manfred Stein (Wallmerod), Familien Scherer, Modigell, Rotweiler (Arzbach), Stephanie Kübler (Weroth) und Heribert Metternich (Arnshöfen).

Foto: Martin Dietz
Foto: Martin Dietz

NABU Hundsangen zeichnet Kirchengemeinde St. Goar Hundsangen mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ aus

 

Hundsangen – Am 06.November 2017 zeichnete die NABU-Gruppe Hundsangen die Kirchengemeinde St. Goar Hundsangen mit der Ehrenplakette „Lebensraum Kirchturm“ aus.

Der NABU befestigte vor Jahren im Kirchturm in aufwendiger Aktion zwei Nistkästen für Schleiereulen. Heute beherbergt die Kirche jedes Jahr bis zu 6 Dohlenbrutpaare, 1 Turmfalkenbrutpaar und einzelne Braune Langohrfledermäuse. Auch zog in der Vergangenheit schon zweimal ein Schleiereulenpaar ihre Jungen im Kirchturm auf.

Mit dieser Aktion setzt sich der NABU für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten ein. Wie wichtig das Engagement der Kirchengemeinden ist, zeigt das Beispiel des Turmfalken. Den sogenannten Kulturfolger zieht es aufgrund von landschaftlichen Veränderungen durch den Menschen in die Städte und Dörfer. In hohen Gebäuden und alten Kirchtürmen oder Bäumen findet er für gewöhnlich Unterschlupf. Doch seine angestammten Brutplätze gehen durch die Sanierung von Kirchen oder den Abriss alter Industrieanlagen immer häufiger verloren. Wo Lebensräume fehlen, können Nistkästen in Kirchtürmen Abhilfe schaffen: Sie geben dem Turmfalken, aber auch Schleiereulen, Dohlen oder Fledermäusen, ein neues Zuhause. Lassen sich die Tiere einmal an einer Kirche nieder, brüten sie jedes Jahr wieder in ihrem neuen Domizil.

Ins Leben gerufen wurde die NABU-Aktion mit dem Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen im Jahr 2007, als der Turmfalke „Vogel des Jahres“ war.

Über 1000 Kirchen bundesweit bieten ihre Türme bedrohten Vögeln und Fledermäusen als Lebensraum an. Sie alle wurden in den vergangenen acht Jahren vom NABU geehrt.

Der NABU Hundsangen unterstützt die Gemeinde vor Ort bei der Frage, wie Kirchen ihre Türme vogelfreundlich gestalten und sanieren können und berät beim Anbringen von geeigneten Nistkästen.

NABU Hundsangen zeichnet vielfältige Gärten aus

Aus einer spontanen Idee zweier NABU-Mitglieder während einer gemeinsamen Exkursion in Brandenburg im Frühjahr 2015 entwickelte sich, innerhalb des NABU Hundsangen, die Projektgruppe „Leben im Dorf-Vielfalt sorgt für Vielfalt“


Nach Abschluß der Vorbereitungsarbeiten wurde das Projekt 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt und innerhalb kürzester Zeit lagen der Projektgruppe bereits 20 Bewerbungen von Interessenten vor, denen es auch eine Herzensangelegenheit ist, Ihren Garten naturnah zu gestalten und einen Beitrag gegen das Artensterben und für mehr Biodiversität zu leisten.


Im Sommer 2017 wurden die ersten 7 Gärten besichtigt, von denen bereits 5 die Plakette „Vielfalt sorgt für Vielfalt“ verliehen wurde.


2 Gartenprojekte werden in der Umsetzung und Entwicklung noch begleitet und werden nach Abschluß der Maßnahmen voraussichtlich im nächsten Jahr die Plakette erhalten.


In einer kleinen Feierstunde am 06.11.2017 wurden die Urkunden und Plaketten an nachfolgende Familien vergeben:


Familie Müller (Wallmerod)
Familie Weidenfeller (Hundsangen)
Familie Schlimm (Wilsenroth)
Familie Schäfer (Flacht)

Familie Piwecki (Oberzeuzheim)

Foto: Martin Dietz
Foto: Martin Dietz

Die Urkunden und Plaketten werden für einen Zeitraum von zwei Jahren vergeben, danach schaut sich das Team von „Vielfalt sorgt für Vielfalt“ zusammen mit den Teilnehmern den Garten noch einmal an, um hoffentlich für weitere zwei Jahre die Plakette zu verleihen.


Mit diesem Projekt möchte der NABU Hundsangen aufmerksam machen auf das immer weiter fortschreitende und von der Öffentlichkeit oft unbemerkte Artensterben.


Wir möchten die Menschen sensibilisieren und aufzeigen, daß jeder, mit etwas gutem Willen, in seinem direkten Umfeld einen Beitrag leisten kann, um bedrohten Arten Nahrung und Unterschlupf zu bieten.


Im Frühjahr/Sommer 2018 werden weitere Gartenbegehungen und Projektbegleitungen folgen und wir freuen uns auf die Vergabe weiterer Urkunden und Plaketten von „Vielfalt sorgt für Vielfalt“