NABU on Tour 2019

Naturschutz im Wandel der Zeit-

Hambacher Forst / Schloss Drachenfels, Königswinter - Samstag, 7.9.2019
 
Die NABU Gruppe Hundsangen veranstaltete im Rahmen von „NABU on Tour“ am 7. September einen Ausflug zum Braunkohlerevier Hambacher Forst bei Morschenich und zum „Museum zur Geschichte des Naturschutzes“ im Schloss Drachenburg in Königswinter.
 
Mit vollbesetztem Bus und guter Stimmung ging es zunächst zum Hambacher Forst.
 
Vor Ort wurde die Reisegruppe von Herrn Zobel (einem erfahrenen und engagierten Naturführer) empfangen, der uns in einer 2stündigen Exkursion durch den Hambach Wald führte. Dort konnten die Teilnehmer abseits von den durch Bagger erstellten Schotterwegen die noch intakten Waldbereiche erleben. Aber auch sehen, wie sich durch den fortschreitenden Tageabbau und die damit verbundene Grundwasser-absenkung die Vegetation verändert und Bäume bereits absterben. Viele Informa-tionen über die zahlreichen Aktionen, Demo´s und Aktivitäten der Aktivisten vor Ort wurden den Besuchern aus erster Hand mitgeteilt. Die Gruppe erfuhr, wie Aktivisten in den Baumhäusern leben und durch deren dauernde Präsenz das öffentliche Interesse für den Erhalt des Waldes aufrechterhalten wird. Und nicht nur die Natur leidet durch den gigantischen Tageabbau, sondern auch die Bevölkerung in den angrenzenden Dörfern, wie man durch den hohen Häuser-Leerstand in Morschenich erschreckend feststellen konnte.
 
Danach ging es weiter nach Königswinter, wo die Reisegruppe vom Bus auf die historische Drachenfelsbahn umstieg. Die abenteuerliche Fahrt mit der ältesten Zahnradbahn Deutschlands (Erbaut 1883, damals noch mit einer Dampflok) brachte alle Besucher auf einmal steil bergauf zur Mittelstation Schloss Drachenburg.
 
Im Schloss besichtige die Gruppe unter fachkundiger Führung das „Museum zur Geschichte des Naturschutzes“, sowie das Schloss selbst. Im Museum, dass sich im Wagenhaus des Schlosses befindet, begaben sich die Besucher auf eine Entdeckungsreise durch die facettenreiche Geschichte des Naturschutzes. Am Drachenfels stand die Wiege des Naturschutzes, denn dort stellte der Staat 1836 erstmals ein Gebiet unter Schutz um zu verhindern, dass die Natur des Sieben-gebirges durch Steinbrüche verschandelt wird. Zahlreiche Exponate, wie ein Damenhut mit exotische Vogelfedern erzählen von Konflikten, Kampagnen und Vorkämpfern des Naturschutzes. Man erfuhr die spannende Geschichtsentwicklung, von den Naturschützerinnen und Naturschützern von damals, die nur einzelne Bäume, oder kleine Flächen versuchten zu erhalten, hin bis heute, wo der Naturschutz nun ganze Landschaften, Tier- und Pflanzenarten im Blick hat.
 
Abgerundet wurde die Führung durch eine kurzweilige Besichtigung der Schlossräume. Das Schloss Drachenburg wurde in Jahr 1883 von Baron Stephan von Sarter in einer Stilmischung aus Villa, Burg und Schloss erbaut, aber nie bewohnt. Durch die Jahrzehnte wurde das Schloss vielfältig genutzt, bis es ab 1960 für 10 Jahre leer stand und zusehends verfiel. 1971 erwarb der Textilkaufmann Paul Spinat das Schloss, verhinderte durch Renovierungen den Abriss und machte es anschließend einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Heute gehört das denkmal-geschützte Schloss nach weiteren Sanierungen und Restaurierungen der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.
 
Gegen Abend kehrte die Reisegesellschaft zum Abschluss noch in das „Altes Fährhaus“ ein, wo in geselliger Runde, bei kühlen Getränken und leckerem Essen ein schöner Ausflugstag zu Ende ging.
 
Bereichert durch eigene Beobachtungen und vielen neuen Erkenntnissen aus den Vorträgen kehrte die „NABU on Tour“ Reisegruppe am späten Abend wieder nach Hause zurück.
 
Fotos: Marcel Weidenfeller


23. Fledermausnacht - Bad Night

Auch die 23. fledermauskundliche Veranstaltung der NABU Gruppen Hundsangen und Kroppacher Schweiz zur europäischen Fledermausnacht hatte nichts von ihrem Interesse verloren. Wieder waren gut 30 Erwachsene und 40 Kinder zu optimaler abendlicher Zeit auf dem Campingpark Hofgut Schönerlen 2 nach Steinen gekommen, um mehr über das interessante und eigenartige Leben der ja fast ausschließlich nachts aktiven Kobolde zu erfahren. Marcel Weidenfeller vom Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz hatte viel über unsere Fledermäuse und ihren jährlichen, meist nächtlichen Lebenslauf zu berichten. Mit spannenden Spielen und Süßigkeiten anstelle von Insekten, die auch mit verbundenen Augen gefangen werden mussten, konnten sich so die Kinder in die überwiegend nächtliche Lebensweise einfinden. Anschließend ging es an den am Hofgut gelegenen, mittlerweile dunkel gewordenen Hausweiher. Mit Hilfe von frequenzmodulierbarer Technik und starken Taschenlampen konnte die Jagd der Fledermäuse über dem Weiher und entlang des baumbestandenen Dammes gut beobachtet werden. Dabei konnten drei Fledermausarten bestimmt werden: Die Wasserfledermaus mit typischem weißen Bauch dicht über der Wasseroberfläche jagend, mehrere Große Abendsegler mit ihren eindrucksvollen blechernen Lauten, sowie die kleine Zwergfledermaus die in Gebäudenähe des alten Hofgutes jagte.

Mit den ausgeteilten Broschüren konnten die Kinder und Jugendlichen weiteres über die beeindruckenden kleinen Säugetiere im Jahresverlauf lernen.

Foto: C. Kopper
Foto: C. Kopper

"Grenzwanderung grünes Band" 14.01.2018 -          Dorndorf